Navigation und Service

Themenbereiche des Interministeriellen Ausschusses für Geoinformationswesen

Galileo – ein Satellitennavigationssystem unter europäischer Kontrolle.

Galileo ist ein europäisches High-Tech-Projekt, das neue Möglichkeiten für die Entwicklung von Diensten zur Positionierung und Zeitübertragung bietet. Galileo wird als erstes Satellitennavigationssystem unter ziviler Kontrolle betrieben und verschiedene Dienste zur Verfügung stellen, darunter einen offenen und kostenlosen Basisdienst, einen kommerziellen Dienst mit kostenpflichtigen Zusatzinformationen und einen verschlüsselten staatlich regulierten Dienst (Public Regulated Service – PRS) für autorisierte staatliche Stellen. Seit 2008 ist die Galileo-Durchführungsverordnung die Rechtsgrundlage für den Systemaufbau. Derzeit wird eine weitere EU-Durchführungsverordnung erarbeitet, die den Finanzierungs- und Regelungsrahmen für 2014-2020 festlegen soll.

Vier Satelliten sind bereits in 2011/12 ins All gestartet. Es folgen schrittweise die nächsten Satellitenstarts, so dass die Inbetriebnahme von Galileo 2014/2015 mit eingeschränkten Diensten beginnen kann. Zunächst wird eine Mindestkonstellation von 18 Satelliten erreicht, die dann bis 2020 auf die volle Konstellation von 30 Satelliten ausgebaut werden soll. Die vollständige Inbetriebnahme mit der Full Operational Capability (FOC) könnte dann 2020 erfolgen.

Deutschland hat sich bereits in der ESA-Entwicklungsphase von Galileo mit 170 Millionen Euro beteiligt und trägt darüber hinaus auch über den 20 Prozent-Anteil am EU-Haushalt zur Finanzierung der Entwicklungs- sowie Errichtungsphase bei. Es muss sichergestellt werden, dass Deutschland nicht nur rund 20 Prozent der Kosten von Galileo trägt, sondern auch die Definition, Entwicklung, Nutzung und Wertschöpfung der Galileo-Dienste mitprägt. Mit jährlichen Wachstumsraten von 13 Prozent bis 2016 ist der Navigationsmarkt bereits jetzt sehr attraktiv und bietet gerade innovativen kleinen und mittelständischen Unternehmen gute Chancen. Das Engagement der Bundesregierung für einen raschen Systemaufbau von Galileo zeigt sich auch in der Entscheidung, ein Galileo-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen einzurichten. Die Bundesregierung hat sich ferner entschlossen, die Koordinierung und Steuerung zur nationalen Umsetzung des Galileo-Programms zu verbessern, indem einerseits der IMAGI mit dieser Aufgabe betraut wird und andererseits die maßgeblich betroffenen Ressorts BMVBS und BMI für die Steuerung der PRS mit zusätzlichen Ressourcen ausgestattet werden sollen. Im Regierungsentwurf zum Haushalt 2013 wurden diese zusätzlichen Mittel zur Verfügung gestellt. Ferner wurde das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) als nationaler PRS-Point of Contact benannt.

Die Bundesregierung hält die Fortentwicklung offener Standards im Bereich präziser Satellitenpositionierungsverfahren (Precise Point Positioning) mit Galileo-Korrekturdaten für notwendig. Die Nutzung von Galileo wird zu einer vermehrten GNSS-Nutzung führen, weil eine höhere Verfügbarkeit der Satellitensignale gegeben und damit die GNSS-Nutzung auch in schwierigen Umgebungsbedingungen zuverlässiger sein wird. Es erscheint absehbar, dass auf der Basis bestehender GNSS-Referenznetze der Länder und des Bundes in wenigen Jahren mit verbesserten Echtzeit-Verfahren auch in der Massennutzung Dezimetergenauigkeiten erreicht werden können. Neue Korrekturdienste für die Georeferenzierung werden Anwendungsfelder mit erheblichem Innovationspotential erschließen. Mit der Echtzeitvernetzung zu Kontrollstationen können aktuelle Informationen über den Betriebszustand der Satellitennavigationssysteme und der Positionierungsdienste den Nutzern bereitgestellt werden.

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